Heger und Pfleger der Wittlager Kulturlandschaft

Versammlung der Jägerschaft

Am Thema Wolf scheiden sich die Geister – das ist auch bei der Jahreshauptversammlung der Jägerschaft Wittlage im Hotel-Restaurant Niemann, Leckermühle, wieder einmal deutlich geworden. Die Frage, wie weit der Schutz dieser Tierart gehen dürfe, beschäftigte nicht nur die zahlreich vertretenen Vereinsmitglieder, sondern auch die Ehrengäste aus Politik und Verwaltung, die der Vorsitzende Jürgen Gösling begrüßen konnte.

Stellvertretend für alle Gemeinden des Wittlager Landes bedankte sich der Bohmter Bürgermeister Klaus Goedejohann in seinem Grußwort noch einmal ausdrücklich bei den Jägerinnen und Jägern dafür, dass sie sich in ihrer Freizeit ehrenamtlich für die „Hege und Pflege unserer Kulturlandschaft“ engagierten und begrüßte die guten Kontakte und den ständigen Austausch, den es mit der Jägerschaft gebe.

Nicht ausreichend wahrgenommen

Auch der CDU-Bundestagsabgeordnete André Berghegger lobte die Jägerschaft als „festen Bestandteil jeder Gemeinde“ und „institutionalisierten Umweltschutz“: „Wenn es Sie nicht gäbe, müsste der Staat unter hohem Kostenaufwand diese Aufgaben übernehmen.“ Von der Öffentlichkeit werde das bisher nicht ausreichend wahrgenommen. Das in Teilen der Bevölkerung anzutreffende negative Image der Waidmänner beruhe zum großen Teil auf Unwissenheit, wie hoch deren Anteil am Natur- und Landschaftsschutz sei.

Romantisch verklärt

Was das derzeit brandaktuelle Thema „Wolf“ angehe, so müsse gelten: „Der Schutz der landwirtschaftlichen Nutztiere, der Schutz der Menschen muss Priorität haben“, sagte Berghegger. Das hoben auch die Landtagsabgeordnete Gerda Hövel und Kreisjägermeister Martin Meyer-Lührmann in ihren Grußworten ausdrücklich hervor. Meyer-Lührmann: „Wir können nicht warten, bis der Wolf auch im 16. Bundesland angekommen ist, um Maßnahmen zu ergreifen. Die Landbevölkerung darf nicht darunter leiden, dass die Stadtbevölkerung den Wolf romantisch verklärt und sich freut, dass ‚die Natur‘ wieder zurück ist.“

Die SPD-Kreistagsabgeordnete und stellvertretende Bad Essener Gemeindebürgermeisterin Ursula Möhr-Loos vertrat dagegen zwar die Ansicht, die Fläche des Wittlager Landes sei groß genug, um einem Wolfsrudel Platz zu bieten, sah sich damit in der Versammlung allerdings einer breiten Front von Kritikern gegenüber.

Novellierung des Jagdgesetzes

Aber nicht nur das Thema Wolf beschäftigt die Wittlager Jägerschaft. Heiß diskutiert wird auch die geplante Novellierung des Jagdgesetzes, in der unter anderem eine Umstellung auf bleifreie Munition gefordert ist. Sowohl Jürgen Gösling als Meyer-Lührmann traten entschieden dafür ein, eine solche Umstellung könne erst dann erfolgen, wenn es Alternativgeschosse gebe, die den hohen Anforderungen gerecht würden: „Ein sicheres und tierschutzgerechtes Töten geht vor“, sagte Meyer-Lührmann.

Den Sorgen bereitenden Rückgang des Niederwildes sprach Klaus Wübbolding, Leiter des für Jagdfragen zuständigen Amtes für Ordnung, Brand und Katastrophenschutzes beim Landkreis Osnabrück an. Hier gegenzusteuern sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, nicht nur eine der Jägerschaft. Das Prädatorenprojekt im Landkreis Osnabrück (der Kreis stellt Fördermittel für die Anschaffung von Fallen bereit, die die Ausbreitung von Waschbär und Marderhund eindämmen sollen), habe da Beispielcharakter.

Wenig Grund zur Sorge

Auch der neue Jägermeister Christopher Mönter machte in seinem Streckenbericht noch einmal die Wichtigkeit deutlich, gerade diese beiden invasiven Arten intensiv zu bejagen. Ähnliches gelte für das Schwarzwild, bei dem man im vergangenen Jahr eine Rekordstrecke erreicht habe. Grundsätzlich bereite der Wildbestand im Wittlager Land wenig Grund zur Sorge.

 

 

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