Meller Verein engagiert sich für Natur und Kultur

Versammlung des Verschönerungsvereins

  Er ist bei weitem nicht der mitgliederstärkste Verein in Melle. Umso größer ist der Elan, mit dem die Aktiven des Verschönerungs- und Verkehrsvereins (VVV) an die Arbeit gehen.

Davon zeugten die Berichte zur Jahreshauptversammlung: „Sie übernehmen Verantwortung“, lobte Ortsbürgermeisterin Gerda Hövel zu Beginn der Veranstaltung im Hotel Bayrischer Hof.

Das Engagement des VVV für die Natur und die Kultur in und um Melle gehe deutlich über die normale Vereinsarbeit hinaus. Ihre Zusage fiel der Ortsbürgermeisterin, die sich keine Jahreshauptversammlung des VVV entgehen lässt, deshalb nicht schwer: „Ich werde Sie stets nach Kräften unterstützen.“

Dem Verein bedeutet dieses Versprechen viel, steht er doch im laufenden Jahr vor nicht unerheblichen Herausforderungen. Große Projekte konnten im vergangenen Jahr abgeschlossen werden. „Wir brauchen nicht schüchtern und bescheiden zu sein“, merkte Vorsitzender Heinz Garlich in seinem Jahresrückblick an. So erfolgte im Juni die offizielle Einweihung des gemeinsam mit dem Gymnasium konzipierten 7-Steine-Lehrpfades am Zwickenbach und des ihn begleitenden Naturerlebnispfades.

Die für den Lehrpfad erstellten Flyer werden nach Aussage des Vorsitzenden sehr gut angenommen: „Sie fliegen nicht im Wald herum, sondern werden gelesen und mit nach Hause genommen.“ Im vergangenen Jahr erhielt zudem der Aussichtsturm Ottoshöhe einen neuen Holzschutzanstrich. Wanderwege wurden kontrolliert und bei Bedarf freigeschnitten, Bänke ausgetauscht, Wegemarkierungen überprüft und das gesamte Wanderwegenetz – zum Teil mit Unterstützung der Jagdgenossenschaft Bakum - so gut hergerichtet, dass es als hervorragend eingestuft wurde.

Leuchttürme

Das arbeitsreichste Projekt aber war und ist die Diedrichsburg. Seit der Neuverpachtung im vergangenen Jahr laufe die Burg sehr gut, stellte Heinz Garlich fest: „Die Terrasse ist im Sommer immer voll.“ Doch mit den Besucherzahlen steigt auch der Wasserbedarf, den der burgeigene Brunnen oft nicht decken kann. Der VVV richtete einen „Kontrolldienst“ ein, der den Wasserstand regelmäßig überprüft und bei Bedarf Wasser im 8000-Liter-Tank zur Diedrichsburg hinaufschafft.

Eine endgültige Lösung ist bislang nicht in Sicht. Eine einfache Bohrung in tiefere Regionen reicht auf jeden Fall nicht aus, da der Brunnen ein unterirdisches Fließgewässer anzapft: „Der Brunnen steht im Fels auf Fels, und das Wasser fließt einfach hindurch“, verdeutlichte Hermann Kuipers, der mindestens zweimal pro Woche nach dem Rechten sieht. Jetzt wartet der VVV auf die Ergebnisse einer anstehenden Fachuntersuchung.

„Sie kümmern sich wirklich um die Leuchttürme in Melle“, hob Gerda Hövel anerkennend hervor. Doch dieses Engagement braucht tatkräftige Hände. „Die Mitgliederstruktur hängt wie ein Damoklesschwert über uns“, räumte der Vorsitzende ein. Der VVV sucht deshalb dringend neue, jüngere Mitglieder, die in der „Handwerkertruppe“ auch praktisch zupacken können und wollen. Andernfalls sei auf Dauer die Unterhaltung der Wanderwege nicht sicherzustellen.

Dabei liegt die Verantwortung für die vielen Aufgaben des VVV nun in den Händen eines teilweise neuen Vorstandes: Einstimmig wiedergewählt wurden neben dem Vorsitzenden Heinz Garlich auch Stellvertreter Hans-Georg Wenker sowie Schriftführerin und Schatzmeisterin Ulrike Bösemann. Der bisherige zweite stellvertretende Vorsitzende Herbert Ekeler zog sich dagegen aus dem Vorstand zurück. An seine Stelle trat mit gleichfalls einstimmigem Votum Stefan Muhle.


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