Initiative nimmt Wellinger Radwegbau in die Hand

Neu gegründeter Verein gibt Gas

Wellingholzhausen. Mit eigenen Vorplanungen und Beiträgen bei der Umsetzung der Baumaßnahme will die Initiative „Radweg L94 Himmern“ den vollständigen Endausbau des Radweges entlang der Wellingholzhausener Straße vorantreiben. Zur Informations- und Diskussionsveranstaltung über den Bürgerradweg kamen mehr als 100 Interessierte am Sonntag in das „Fachwerk 1775“.

Das Ziel des im März gegründeten Vereins ist die Schließung der 3500 Meter langen Radweglücke zwischen Himmern und der Abzweigung Wiedebrocksheide in Melle. „Die Aussichten auf eine Vollendung des Radweges zwischen Wellingholzhausen und Melle auf dem regulären Weg sind sehr schlecht und langwierig, deshalb müssen wir selbst mit den ersten Schritten tätig werden“, begründete Hans-Jörg Haferkamp vom Vorstand das Engagement mit einem neuen Ansatz.

Eigenständige Pläne

So hat die Initiative bereits eigenständig Pläne erarbeitet. Dem „fundierten Material“ bescheinigte Melles Bürgermeister Reinhard Scholz eine „hohe Professionalität“. Auch die Straßenbaubehörde des Landes habe sich positiv zu den Vorarbeiten der Radweginitiative geäußert, berichtete Haferkamp aus Vorgesprächen. „Wir müssen Hand in Hand mit der Stadt und dem Land als bleibender Radweg-Eigentümer zusammenarbeiten“, erklärte er. Die Vereinsgründung sei auch deshalb nötig gewesen, damit am Ende ein gemeinsamer Vertrag geschlossen werden könne.

Stadt wird Bauleiter

„Nach ganz groben Schätzungen kostet der Radweg 700000 bis 800000 Euro“, beantwortete Haferkamp eine Frage der Zuhörer. „Alles was wir selber einbringen, senkt die Kosten“, ergänzte er. Allein die Planung koste zwischen 30000 und 50000 Euro. „Das Tiefbauamt der Stadt begleitet die Planung und übernimmt die Bauleitung“, versicherte Reinhard Scholz. Moralische und politische Unterstützung versicherten die Ortsbürgermeister von Wellingholzhausen und Melle-Mitte, Bernd Gieshoidt und Gerda Hövel. Haferkamp bat Gerda Hövel als Landtagsabgeordnete, sich auch im Landeswirtschaftsministerium für den Bau des Bürgerradweges einzusetzen.

Vorstandsmitglied Martin Lührmann hatte zum Auftakt in die jahrzehntelange Geschichte von Radweg-Initiativen zurückgeblickt: Einen ersten Erfolg gab es 1985 mit dem Bau vom Dorf Wellingholzhausen bis zur Himmerner Heide. 1992 wurde das Teilstück von Melle bis zur Wiedbrocksheide eröffnet. 2002 wurde ein Gemeinschaftsprojekt von Stadt und Land für die 3500-Meter-Lücke diskutiert, aber nicht realisiert. Die letzten Hoffnungen wurden vorläufig 2012 begraben, als die Fahrbahnerneuerung nicht mit dem Lückenschluss verbunden wurde.

Viel gelobte Pläne

„Jedes kleine Hindernis ist eingetragen“, präsentierte Vorstandsmitglied Cord Möllering den präzise ausgearbeiteten Plan mit Radweg-Alternativen auf beiden Straßenseiten. „Es treten wohl keine wesentlichen Konflikte mit dem Naturschutz auf, die Grundstückseigentümer sind kooperativ und es gibt nur noch kleine Bereiche mit eventuell zusätzlichem Flächenbedarf“, äußerte er sich optimistisch. Für die Ausarbeitung der viel gelobten Pläne bedankte sich Hans-Jörg Haferkamp mit einem Blumenstrauß bei Svetlana Möllering.

„Gebt Gas“ und „macht Tempo“, gab es Aufforderungen aus dem Publikum an die Initiatoren. „Vielleicht ist ein Baubeginn in fünf Jahren möglich“, wollten sich Sprecher der Initiative weder auf ein genaues Zeitfenster noch auf eine Zielsumme bei der Eigenbeteiligung festlegen lassen. Es sei aber schon mit einigen Sachspenden und Arbeitsdienstleistungen zu rechnen. „Jetzt haben wir mit dem neu gegründeten Verein, unserer bereits erfolgten Machbarkeits-Analyse und eurer breiten Unterstützung wieder Rückenwind“, warb Haferkamp für weitere Mitgliedschaften.

 

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