Hövel: Begleitetes Fahren ab 16 Jahren bringt mehr Fahrpraxis und weniger Unfälle bei Fahranfängern

Dissener Unfall ein Grund für Antrag

Hannover/Dissen. „Junge Menschen brauchen mehr Fahrpraxis. Nur so wird sich die Zahl der Unfallopfer bei Fahranfängern weiter verringern“, sagt die CDU-Landtagsabgeordnete Gerda Hövel und zeigt sich erfreut über den Beschluss des Landtages, sich auf Bundesebene für die Einführung des begleiteten Fahrens ab 16 Jahren einzusetzen.

Die Christdemokratin hatte den Entschließungsantrag in den Landtag eingebracht. Ein Grund dafür ist für die Politikerin auch der schwere Dissener Verkehrunfall im September 2013 gewesen. Dabei kamen vier junge Erwachsene ums Leben. „Wir möchten solche Unfälle verhindern. Ein Jahr mehr Fahrpraxis ist deshalb sinnvoll“, so Hövel.

Unfälle wie der in Dissen würden ein Zeichen dafür sein, wie wichtig der Schutz der Risikogruppe der Fahranfänger sei. „Erfahrung ist die Währung, die auf der Straße zählt“, so Hövel. Schließlich sei der Zusammenhang zwischen Fahrpraxis und einer umsichtigeren, rücksichtsvolleren und unfallfreieren Fahrweise evident. Das habe der Erfolg des begleiteten Fahrens ab 17 Jahren bereits gezeigt. „Leider machen viele Jugendliche den Führerschein trotzdem erst wenige Monate vor ihrem 18. Geburtstag.“ Nur wenige würden das Jahr vollständig nutzen, das ihnen für das begleitete Fahren zur Verfügung steht, so die Verkehrsexpertin. Dabei seien etwa 3.000 bis 5.000 Kilometer Fahrleistung für einen stabilen Sicherheitsgewinn notwendig.

„Wir müssen mehr Anreize schaffen, um Fahranfänger für das begleitete Fahren zu gewinnen“, so Hövel. Neben der Herabsenkung der in der Führerscheinrichtlinie verankerten Altersgrenze von 17 auf 16 Jahren können dazu auch finanzielle Vergünstigungen beitragen, wie einige Versicherungsunternehmen sie bereits anbieten. Es sei nun an der Landesregierung, über die Landesvertretung in Brüssel für eine Zustimmung des Europäischen Parlaments zur Anpassung der Führerscheinrichtlinie zu werben.


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